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Endlich gesund – Cihan und Irfan aus Afghanistan im Krankenhaus Heinsberg behandelt

Fußball spielen, Spaß haben, gesund sein – für Cihan und Irfan aus Afghanistan leider keine Selbstverständlichkeit. Die beiden Jungen litten in ihrer Heimat lange unter schwer wiegenden Verletzungen, die vor Ort nicht adäquat behandelt werden konnten. Hilfe brachte die Vermittlung der humanitären Organisation „Friedensdorf International“ an das Heinsberger Krankenhaus, das die Behandlung und die daraus entstehenden Kosten übernahm.

Nach einer Vorstellung und Erstversorgung im Februar dieses Jahres folgten über die nächsten Monate Untersuchungen, Befundungen, Operationen und weitere Aufenthalte in der Klinik. Bei beiden Jungen wurde eine chronische Knochenentzündung diagnostiziert. Während diese bei Irfan durch einen Unfall und einen anschließenden offenen Bruch mit freiliegendem Knochenfragment herrühren, liegt die Ursache für die Entzündung bei Cihan völlig im Unklaren. Medizinische Unterlagen zu früheren Behandlungen fehlen. Cihan berichtet, dass er in Afghanistan bei einem so genannten Heiler aufgrund von Wachstumsschmerzen „gestreckt“ wurde. Ob die Entzündung dadurch ausgelöst wurde oder ob die Entzündung schon bestand und fälschlicherweise als Wachstumsschmerz diagnostiziert wurde, kann nur vermutet werden. Nach aufwändigen mikrobiologischen Analysen und MRT zur Überprüfung von Struktur und Funktion des Gewebes konnten schließlich zwei Entzündungsherde lokalisiert und operativ entfernt werden. Darauf folgte eine Langzeitantibiotikumtherapie über mehrere Monate, in denen Cihan im Friedensdorf in Oberhausen lebte und für die Nachsorge immer wieder ins Krankenhaus kam. „Mit dem Therapieverlauf können wir sehr zufrieden sein“, stellt Dr. Claus Cieslok, Chefarzt der Chirurgie für Unfallchirurgie und Orthopädie fest. „Die Entzündung ist vollständig verheilt. Die Gefahr einer lebensgefährlichen Blutvergiftung oder chronischen Knochenmarksentzündung, die Cihan im schlimmsten Fall sein Bein gekostet hätte, konnten wir abwehren.“ Cihan ist mittlerweile wieder bei seinen Eltern und drei Geschwistern in Kabul.

Langwieriger gestaltet sich die vollständige Genesung des achtjährigen Irfan, da der Eingriff ungleich komplizierter war. Das freiliegende Knochenfragment und bereits abgestorbene Knochenteile mussten entfernt und durch einen Knochenersatzstoff ausgetauscht werden. Ein externer Fixateur – ein durch die Haut befestigtes Haltesystem aus Carbon – stabilisiert die Knochenteile. „Die Entzündung war bei Irfan bereits so weit fortgeschritten, dass das Wachstum seines Beines gefährdet war und letztlich damit seine Gehfähigkeit. Ohne die durchgeführte Therapie hätte Irfan in ein paar Jahren nicht mehr laufen können – wenn nicht die Entzündung schon vorher noch Schlimmeres angerichtet hätte“, zeichnet Cieslok ein düsteres Bild, das leider nur zu oft Realität für Kinder aus Kriegsgebieten ist. Doch Irfan hatte Glück. Bald darf er die Heimreise zu seiner Familie nach Afghanistan antreten und mit seinen Geschwistern wieder schmerzfrei Fußball spielen.

Kosten übernimmt das Krankenhaus

Die Kosten für den mehrwöchigen Aufenthalt der beiden Kinder, die OP, Untersuchungen und  Medikamente sowie Materialien übernimmt das Krankenhaus Heinsberg. „Vor einigen Jahren haben wir bereits mit dem Friedensdorf zusammengearbeitet und Kinder behandelt. In diesem Jahr sind die Helfer wieder auf uns zugekommen. Die Kosten sind zwar nicht unerheblich, aber als gemeinnützige Einrichtung sehen wir hier eine gesellschaftliche Verpflichtung, zu helfen“, erklärt Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders das Engagement. Dass der Einsatz eine lohnende Erfahrung ist, kann Pflegedienstleiter Hans-Josef Jöris nur bestätigen. „Die Jungs haben unsere Kolleginnen und Kollegen auf der Station ganz schön auf Trab gehalten“, schmunzelt er. „Aber wir haben auch viel positive Energie zurück bekommen.“ Bürgermeister Wolfgang Dieder bedankte sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses sowie auch ehrenamtlichen Helfern für ihren Einsatz; wie etwa den Dolmetschern oder Simone Wellens, die viele Stunden in ihrer Freizeit mit den Jungs aktiv war beim Spielen, Eis essen oder Spazieren.

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Irfan und Cihan

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Dolmetscher Ramazan Qulamzachi, Cihan, Irfan, Pflegedienstleiter Hans-Josef Jöris

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v.l.n.r. Pflegedienstleiter Hans-Josef Jöris, Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders, Bürgermeister Wolfgang Dieder, Irfan, Chefarzt Dr. Claus Cieslok

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Friedensdorf International e.V. ist eine Hilfseinrichtung in Oberhausen und Dinslaken, die seit 51 Jahren kranke und verletzte Kinder aus derzeit acht verschiedenen Kriegs- und Krisenländern zur medizinischen Versorgung nach Deutschland holt, da in den Heimatländern die Möglichkeiten der medizinischen Behandlung fehlen.