Krankenhausstandort Heinsberg: Weichenstellung für eine zukunftssichere und patientennahe Versorgung

Die Gesellschafterversammlung des „Städtischen Krankenhauses Heinsberg“ beauftragte in ihrer Sitzung am 16. März 2026 die Geschäftsführung, das vorgelegte Medizinkonzept zur Neuausrichtung des Krankenhauses weiter auszuarbeiten. Ziel ist die Erstellung eines detaillierten Umsetzungskonzeptes.

„Mit dem vorliegenden Konzept setzen wir einen klaren Schwerpunkt auf eine starke, wohnortnahe Grundversorgung in Heinsberg. Unser Ziel ist es, den Krankenhaus-Standort Heinsberg mit seinen rund 650 Arbeitsplätzen nachhaltig zu sichern. Damit soll für die Patientinnen und Patienten eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung auch langfristig gewährleistet werden“, erklärt Kai Louis, Bürgermeister der Stadt Heinsberg.

Ausbau der internistischen Versorgung

Ein zentrales Element des Konzepts ist die Weiterentwicklung des internistischen Schwerpunktes. Bestehende Angebote in der Palliativmedizin werden ausgeweitet. Zudem sollen Fördermittel für den Aufbau einer geriatrischen Abteilung beantragt werden.

Mit diesem Ausbau reagiert das Krankenhaus auf die demografische Entwicklung sowie auf einen steigenden Bedarf an internistischer und spezialisierter Versorgung.

Außerdem werden das bestehende Diabeteszentrum, das angiologische Leistungsangebot sowie der Leistungsbereich Gastroenterologie gezielt weiterentwickelt.

Konzentration spezialisierter Leistungen im Kreis

Im Zuge der landesweiten Krankenhausplanung und vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Rahmenbedingungen werden einzelne Leistungsbereiche neu geordnet. Als Folge davon wird die Gefäßchirurgie am Standort Heinsberg zukünftig eingestellt.

Die Gesellschafterversammlung beauftragte zudem die Geschäftsführung, tragfähige Modelle für die weitere Sicherstellung des gynäkologischen wie geburtshilflichen Angebots in Heinsberg zu prüfen. Dies soll unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen wie medizinischen Rahmenbedingungen geschehen: erwarteter Geburtenrückgang, Wegfall von Finanzierungsmöglichkeiten für weniger erlösstarke Versorgungsbereiche und eine wirtschaftliche schwierige Lage bei der Geburtshilfe. In den Prüfungsprozess sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden werden.

Individuelle Lösungen

Mit den Fachärztinnen und Fachärzten in der Gefäßchirurgie werden sozialverträgliche Lösungen, Perspektiven innerhalb regionaler Versorgungsstrukturen sowie faire Übergänge besprochen. Das Pflegepersonal ist von diesen Beschlüssen nicht direkt betroffen. Es bestehen Einsatzmöglichkeiten in anderen Fachabteilungen des Krankenhauses Heinsberg.

Wirtschaftliche Stabilität und langfristige Standortsicherung

Mit den beschlossenen Maßnahmen wird das Städtische Krankenhaus Heinsberg als wirtschaftlich tragfähiger Grundversorger und wichtiger medizinischer Standort nachhaltig gestärkt.

„Die Neuausrichtung unseres Krankenhauses mit den nun eingeleiteten Maßnahmen sind Ausdruck einer verantwortungsvollen, patientenorientierten Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft im Kreis. Es wird sichergestellt, dass die Bürgerinnen und Bürger auch in Heinsberg weiterhin auf eine verlässliche und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung vertrauen können: leistungsstark und zukunftsorientiert“, so Bürgermeister Louis.

Sicherung von Arbeitsplätzen für Betriebsrats-Vorsitzende wichtig

Die Betriebsrats-Vorsitzende des Heinsberger Krankenhauses, Lydia Neumann, zeigt Verständnis für die Beschlüsse der Gesellschafter-Versammlung:

„Für uns als Betriebsrat ist vor allem wichtig, dass mit der Zustimmung der Gesellschafterversammlung zum vorgelegten Medizinkonzept die Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden – und der Krankenhaus-Standort Heinsberg langfristig stabil bleibt. Dass aufgrund der Vorgaben durch die landesweiten Krankenhaus-Planung eine Neuausrichtung mit der Neu-Ordnung bzw. Bündelung einzelner Leistungsbereiche unumgänglich war, können wir nachvollziehen. Das betrifft ja nicht nur uns in Heinsberg, sondern viele Krankenhäuser in NRW. Wir begrüßen es sehr, dass bei dem anstehenden Prüfauftrag die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden werden.“